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Liebessprachen

Geschenke als Liebessprache: die Geste, die Zuneigung symbolisiert

Von Rafa Personaramic3 Min. Lesezeit
Minimalistische Illustration mit einem eingepackten Geschenk als Symbol für diese Liebessprache

Geschenke: wenn ein Gegenstand symbolisiert, bedacht worden zu sein

Für Menschen, deren Hauptsprache Geschenke sind, zählt nicht der Geldwert, sondern der greifbare Beweis, dass jemand an sie gedacht hat. Eine kleine, aber gut gewählte Kleinigkeit kann mehr wiegen als ein teures, aber allgemeines Geschenk.

Der Gegenstand funktioniert als Symbol: Er steht für die Zeit und Aufmerksamkeit, die jemand aufgewendet hat, um ihn auszusuchen, nicht für die Höhe des investierten Geldes.

Woher diese Sprache kommt

Gary Chapman fasst in seinem Buch von 1992 über die fünf Sprachen der Liebe die Idee hinter dieser Sprache in einem Satz zusammen, den das Geschenk vermittelt, ohne ihn auszusprechen: „Ich habe an dich gedacht.“ Es muss kein teurer Gegenstand sein, nicht einmal ein Gegenstand: Es kann ein gemeinsames Erlebnis sein oder einfach anwesend zu sein in einem Moment, in dem der andere einen braucht. Chapman bezeichnet sie als eine der Sprachen, die man am leichtesten lernen kann zu sprechen, gerade weil sie nicht davon abhängt, viel Freizeit zu haben oder besonders geschickt mit Worten zu sein, sondern davon, aufmerksam zu sein, was der anderen Person gefällt.

Wie sich das zeigt

  • Sie bewahren kleine Andenken über Jahre auf, nicht aus Sammelwut, sondern weil jeder Gegenstand einen bestimmten Moment oder eine bestimmte Person repräsentiert.
  • Sie achten auf die Vorlieben anderer, um mit etwas Passendem zu überraschen, nicht mit etwas Allgemeinem.
  • Sie bemerken das Fehlen von Gesten an wichtigen Tagen eher als Mangel an Aufmerksamkeit denn als Mangel an Großzügigkeit.
  • Sie schätzen ein gemeinsames Erlebnis genauso wie einen physischen Gegenstand, solange es dieselbe Botschaft vermittelt, bedacht worden zu sein.

Einige Nuancen, die man mit dieser Sprache verbindet

  1. Der Gedanke gegenüber dem Preis: Ein günstiger Gegenstand, der mit etwas Bestimmtem an der anderen Person zu tun hat, wird meist mit mehr Gewicht verbunden als ein teurer, beliebiger.
  2. Die vorherige Beobachtung: Auf beiläufige Bemerkungen darüber zu achten, was jemandem gefällt, liefert laut den Vermittlern dieses Modells meist bessere Ideen als jeder besondere Anlass.
  3. Das Risiko der Pflicht: Das Geschenk verliert laut Chapman seine Bedeutung, wenn es zu einer Formalität wird statt zu einer echten Geste.
  4. Die anderen Sprachen: Geschenke symbolisieren Zuneigung, ersetzen diesem Modell zufolge aber nicht das Bedürfnis nach Worten, Zeit oder Berührung, falls die andere Person diese ebenfalls schätzt.

Dasselbe Geschenk, auf zwei entgegengesetzte Arten gelesen

John Gottman beschreibt in Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe ein Phänomen, das er „Umkehr des positiven Gefühls“ gegenüber „Umkehr des negativen Gefühls“ nennt: Je nachdem, in welchem der beiden Zustände sich eine Beziehung befindet, werden selbst neutrale oder gut gemeinte Gesten des anderen entgegengesetzt gedeutet. Herrscht das positive Gefühl vor, wird ein Geschenk als Beweis der Zuneigung gelesen; herrscht das negative vor, kann dasselbe Geschenk mit Argwohn gelesen werden, als Versuch, etwas auszugleichen, oder als leere Geste.

Das hat eine direkte Implikation für wen Geschenke die Hauptsprache sind: Das Gewicht einer Kleinigkeit hängt nicht nur davon ab, gut ausgesucht worden zu sein, sondern auch vom emotionalen Grundklima, in dem sie empfangen wird. Diesem Befund zufolge kann dieselbe Geste (ein kleines, durchdachtes Geschenk) eine gesunde Beziehung tragen oder in einer bereits zerrütteten Beziehung fast unbemerkt bleiben, nicht weil sich das Geschenk ändert, sondern weil sich der Filter ändert, mit dem es gedeutet wird.

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Häufig gestellte Fragen

Ist es Materialismus, Geschenke als Liebessprache zu haben?

Nein. Was geschätzt wird, ist die Geste und der Gedanke hinter dem Gegenstand, nicht sein Preis: eine kleine, aber gut gewählte Kleinigkeit kann mehr bedeuten als eine teure, aber allgemeine.

Welche Art von Geschenken funktioniert bei dieser Sprache am besten?

Die, die zeigen, dass Aufmerksamkeit geschenkt wurde: etwas, das mit einem Vorlieben, einem vergangenen Gespräch oder einem gemeinsamen Moment zu tun hat, mehr als ein wertvoller, aber unpersönlicher Gegenstand.

Kann diese Sprache mit dem Fehlen anderer Gesten verwechselt werden?

Sie kann von außen oberflächlich wirken, wenn man nicht versteht, dass das Geschenk ein Symbol ist, kein Ersatz: Wer diese Sprache hat, schätzt auch Worte, Zeit oder Berührung, aber der physische Gegenstand hat ein besonderes symbolisches Gewicht.