Lob und Anerkennung: Liebe laut aussprechen
Lob und Anerkennung: wenn Zuneigung laut ausgesprochen wird
Für Menschen, deren Hauptsprache Lob und Anerkennung sind, hat es ein anderes emotionales Gewicht, ausdrücklich zu hören, was an ihnen geschätzt wird, als es nur zu ahnen. Es reicht nicht, dass die Zuneigung da ist: Sie muss benannt werden.
Das macht sie nicht bedürftiger nach Anerkennung als andere Menschen; sie verarbeiten Zuneigung einfach besser, wenn sie in Form konkreter Worte ankommt.
Woher diese Sprache kommt
Gary Chapman beschreibt in seinem Buch von 1992 über die fünf Sprachen der Liebe Lob und Anerkennung als den Gebrauch von Sprache, um einer anderen Person etwas Positives mitzuteilen: Komplimente, ausdrücklicher Dank, aufmunternde Worte. Eine wichtige Nuance, die er in seinem Buch betont: Diese Worte funktionieren nur, wenn sie authentisch sind, nicht manipulativ, nicht leer, sondern konkret und passend zum Moment. Die Kehrseite gilt für diese Sprache ebenso: Harte Kritik, Sarkasmus oder verbale Gleichgültigkeit tun hier mehr weh als bei anderen Sprachen, gerade weil das Verbale der Kanal ist, über den Zuneigung verarbeitet wird.
Wie sich das zeigt
- Sie machen konkrete Komplimente, keine allgemeinen: Sie benennen genau, was sie an der anderen Person schätzen, statt eines vagen „gut gemacht“.
- Sie erinnern sich jahrelang an schöne Worte, mit einem emotionalen Gewicht, das nicht immer der Kürze der ursprünglichen Botschaft entspricht.
- Sie bemerken Schweigen stark, selbst wenn sie rational wissen, dass die andere Person sie liebt.
- Sie leiden mehr unter harter Kritik oder Sarkasmus als bei anderen Sprachen, weil derselbe Kanal, der Zuneigung überträgt, auch ihr Fehlen überträgt.
Einige Nuancen, die man mit dieser Sprache verbindet
- Konkret statt allgemein: „Du kannst wirklich gut zuhören“ wird meist mit mehr Gewicht verbunden als ein vageres „du bist toll“.
- Der Moment, in dem es gesagt wird: Ein Kompliment, das ungesagt bleibt, erfüllt diesem Ansatz zufolge seinen Zweck nicht.
- Der Ton bei Meinungsverschiedenheiten: Der Psychiater Enrique Rojas nennt Kommunikation als eine der entscheidendsten Fähigkeiten in jeder dauerhaften Paarbeziehung; Sarkasmus und destruktive Kritik wiegen diesem Modell zufolge noch schwerer für wen diese Sprache die Hauptsprache ist.
- Die anderen Sprachen, falls Partnerschaft oder Freundschaft diese nicht teilen: Worte allein reichen diesem Modell zufolge möglicherweise nicht für jemanden, der Zweisamkeit oder körperliche Berührung mehr schätzt.
Zuneigung und Bewunderung pflegen: Gottmans Prinzip, das dieser Sprache am nächsten kommt
Von den sieben Prinzipien, die John Gottman in Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe nach Jahren der Beobachtung in seinem „Love Lab“ der University of Washington beschreibt, gibt es eines, das fast wörtlich mit dieser Sprache übereinstimmt: Zuneigung und Bewunderung pflegen. Laut Gottman hängt es maßgeblich davon ab, ob eine Beziehung langfristig hält, ob man ein positives Bild von der Partnerin oder dem Partner bewahrt und es vor allem laut ausspricht, statt es nur im eigenen Kopf zu behalten.
Lob und Anerkennung sind in diesem Sinn die direkteste Art, dieses Prinzip in die Praxis umzusetzen: zu benennen, was man an der anderen Person bewundert oder schätzt, ist kein dekoratives Extra, laut Gottman ist es eine der Gewohnheiten, die Paare, die zusammenbleiben, am stärksten von denen unterscheidet, die sich mit der Zeit abnutzen. Für wen diese Sprache die Hauptsprache ist, kommt damit ein Grund hinzu, der über das eigene persönliche Bedürfnis hinausgeht: Wertschätzung laut auszudrücken, würde die Beziehung an sich tragen, nicht nur die Zufriedenheit der Person, die sie empfängt.
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Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet es, Lob und Anerkennung als Liebessprache zu haben?
Dass du Zuneigung vor allem verbal fühlst und ausdrückst: Komplimente, ausgesprochener Dank und Botschaften, die benennen, was du an der anderen Person schätzt.
Sind Lob und Anerkennung dasselbe wie Schmeichelei?
Nein. Schmeichelei ist allgemein und eigennützig; Lob und Anerkennung sind konkret und ehrlich: Sie benennen etwas Bestimmtes, das wirklich geschätzt wird.
Was, wenn meine Partnerin oder mein Partner nicht viel redet, mich aber liebt?
Sie oder er kann eine andere Liebessprache haben, wie Hilfeleistungen oder körperliche Berührung. Beide Sprachen zu kennen hilft, Schweigen nicht als Mangel an Zuneigung zu deuten.