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Bindung

Kompatibilität desorganisiert-desorganisiert: die Kombination mit der größten Volatilität

Von Rafa Personaramic1 Min. Lesezeit
Minimalistische Illustration von zwei ineinander verschlungenen, sich bewegenden unregelmäßigen Formen

Kompatibilität desorganisiert-desorganisiert: zwei Hin und Her ohne stabile Basis

Desorganisierte Bindung vereint in einer einzigen Person zwei Alarmsysteme, die in entgegengesetzte Richtungen ziehen. Wenn beide Partner dieses Muster teilen, bietet keiner die konstante Präsenz, die normalerweise hilft, es auszugleichen.

Hinweis zum Geltungsbereich: Dieser Artikel stützt sich auf die Bindungstheorie von Bowlby und Ainsworth, das Erwachsenenmodell von Bartholomew und die Anwendung dieser Konzepte auf Paarbeziehungen durch Amir Levine und Rachel Heller in Warum wir uns binden. Er dient ausschließlich der Information und ersetzt keine Diagnose oder Behandlung durch eine psychologische Fachperson.

Bei Kombinationen, bei denen nur eine Person desorganisiert gebunden ist, kann die andere (besonders bei sicherer Bindung) als stabiler Bezugspunkt gegenüber dem Hin und Her wirken. Hier fehlt dieser Bezugspunkt: Beide Personen wechseln, potenziell unsynchronisiert, zwischen Nähesuche und dem Bedürfnis, sich davor zu schützen.

Das Ergebnis ist laut Literatur zur Bindung Erwachsener meist die Kombination mit der größten Volatilität: Die Höhepunkte intensiver Nähe und emotionalen Rückzugs können bei beiden Personen schlecht zusammenfallen (einer sucht Nähe genau dann, wenn der andere Distanz braucht, oder umgekehrt), was die Chancen für Missverständnisse gegenüber Kombinationen vervielfacht, bei denen mindestens einer eine vorhersehbarere Position hält.

Das bedeutet nicht, dass die Beziehung zum Scheitern verurteilt ist. Es bedeutet, dass laut klinischer Literatur (desorganisierte Bindung ist der Stil, der am meisten von professioneller Begleitung profitiert, oft weil sie mit komplexeren frühen Erfahrungen verbunden ist) diese konkrete Kombination am häufigsten davon profitiert, bewusst die Struktur und äußere Vorhersehbarkeit einzuführen, die keiner der beiden von sich aus mitbringt: klare Routinen, explizite Vereinbarungen und, wenn das Muster anhaltendes Leid verursacht, professionelle Begleitung.

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Häufig gestellte Fragen

Ist das die schlechteste mögliche Kombination?

Es ist die, die die Literatur als potenziell volatilste beschreibt, aber "schlechteste" ist nicht der richtige Begriff: Kein Stil ist ein Urteil, und Bindung lässt sich mit Selbsterkenntnis und, wenn nötig, Therapie bearbeiten.

Warum wird hier so oft professionelle Begleitung empfohlen?

Weil keiner der beiden von sich aus die stabile Präsenz bietet, die hilft, das Hin und Her der desorganisierten Bindung auszugleichen, sodass es meist schwieriger ist, dies allein durch gegenseitiges Verständnis zu regulieren.

Kann dieses Paar mit der Zeit gut funktionieren?

Ja, besonders wenn beide an ihrem eigenen Muster arbeiten (einzeln oder gemeinsam) und explizite Struktur und Vorhersehbarkeit in die Beziehung einführen.