Kompatibilität desorganisiert-vermeidend: vorhersehbare Distanz trifft auf gemischte Signale
Kompatibilität desorganisiert-vermeidend: wenn konstante Distanz auf wechselnde Signale trifft
Die vermeidende Bindung hält eine relativ konstante Distanz. Die desorganisierte Bindung wechselt zwischen Nähesuche und Schutz davor. Die Reibung hier ist nicht dieselbe wie bei der Kombination ängstlich-vermeidend: Es geht um Vorhersehbarkeit gegenüber Signalen, die sich ständig ändern.
Hinweis zum Geltungsbereich: Dieser Artikel stützt sich auf die Bindungstheorie von Bowlby und Ainsworth, das Erwachsenenmodell von Kim Bartholomew und die Anwendung dieser Konzepte auf Paarbeziehungen durch Amir Levine und Rachel Heller in Warum wir uns binden. Er dient ausschließlich der Information und ersetzt keine Diagnose oder Behandlung durch eine psychologische Fachperson.
Für eine Person mit desorganisierter Bindung kann sich die relative Konstanz des vermeidenden Stils zunächst fast wie eine Erleichterung anfühlen: Es gibt keine intensive Verfolgung, die aktiviert oder vermieden werden müsste, was einen Teil der Ambivalenz reduziert, die sie gegenüber Nähe bei anderen Bindungsstilen sonst empfindet.
Von der vermeidenden Seite aus betrachtet kann das eigene Hin und Her der desorganisierten Person (intensive Annäherung und kurz darauf emotionaler Rückzug) jedoch wie widersprüchliche Signale wirken, genau die Art von emotionaler Unvorhersehbarkeit, die der vermeidende Stil von sich aus meidet. Wo die ängstliche Bindung mehr verlangt, als die vermeidende Person konstant geben kann, fordert die desorganisierte Bindung Nähe und zieht sich dann zurück, was eher verwirrend als erschöpfend wirken kann.
Es ist eine in der Erwachsenenbindungsforschung weniger spezifisch untersuchte Kombination als ängstlich-vermeidend, aber sie steht im Einklang mit dem allgemeinen Mechanismus: zwei unterschiedliche Schutzstrategien (konstante Deaktivierung gegenüber Wechsel), die sich nicht von selbst aufeinander abstimmen, wenn nicht beide Seiten das Muster der jeweils anderen Person ausdrücklich verstehen.
Möchtest du mehr über dich erfahren?
Entdecke dein Ergebnis mit einem unserer verwandten Tests.
Häufig gestellte Fragen
Ist diese Kombination einfacher als ängstlich-vermeidend?
In mancher Hinsicht ja, da keine intensive, ständige Verfolgung stattfindet. Sie bringt aber eine eigene Schwierigkeit mit sich: Die wechselnden Signale der desorganisierten Bindung können die vermeidende Person verwirren.
Kann die vermeidende Person helfen, die desorganisierte zu stabilisieren?
Ihre Konstanz kann bis zu einem gewissen Grad helfen, aber die desorganisierte Bindung ist der Stil, der laut Forschung am meisten von professioneller Begleitung profitiert, besonders wenn das Muster echtes Leid verursacht.
Was sollten beide vor allem verstehen?
Dass keines der beiden Verhaltensweisen, weder die konstante Distanz noch das Hin und Her, ein persönlicher Angriff ist. Beides sind erlernte Strategien, um Nähe auf unterschiedliche Weise zu regulieren.