Personaramic
DISG

I: Der Initiative. Steckt jeden mit Begeisterung an.

Von Ramón Personaramic3 Min. Lesezeit
Minimalistische gelbe Illustration eines Sterns mit Glanzpunkten, der den I-Stil des DISG darstellt

Der I-Stil beschreibt ein schnelles, menschenorientiertes Verhaltensmuster, angetrieben vom Bedürfnis, geliebt, anerkannt und Teil der Gruppe zu sein.

Diese populärwissenschaftliche Reihe über das DISG-Modell beschreibt ein Verhaltenswerkzeug, keinen klinischen Persönlichkeitstest und keinen Diagnoseweg. Ihr Zweck ist informativ, sie ersetzt weder eine zertifizierte Auswertung noch das Urteil einer Fachperson.

Der geborene Verkäufer und Kommunikator

Im DISG-Diagramm besetzt der I-Stil das schnelle, menschenorientierte Quadranten: Er ist gesellig, optimistisch und in der Lage, in Sekunden gute Stimmung zu erzeugen. Er ist der überzeugendste der vier Stile (derjenige, der laut der klassischen Formulierung des Modells „Eskimos Eis verkaufen würde“) und auch der empfindlichste gegenüber der Atmosphäre um ihn herum: Füllt sich das Gespräch mit Negativität oder Kritik, zieht er sich wahrscheinlich zurück oder geht direkt.

Die Angst vor Ablehnung hinter so viel Enthusiasmus

Der Motor dieses Stils ist das Bedürfnis nach sozialer Anerkennung. Seine tieferliegende Angst ist die Ablehnung oder der Verlust der Wertschätzung anderer, was ihn zu Entscheidungen bringen kann, die anderen Stilen schwerfallen zu verstehen, vom unnötigen Verlängern eines Gesprächs bis zum Kauf von etwas, nur um niemanden zu enttäuschen, der es ihm anbietet. Deshalb schlägt das DISG-Modell selbst vor, dass ein paar Minuten lockeres Plaudern vor dem eigentlichen Thema (über das Wochenende, die Familie oder ein anderes nahes Thema) meist gut geeignet ist, um mit diesem Stil Vertrauen aufzubauen.

Seine Stärken, und was passiert, wenn Druck entsteht

  • Echter Enthusiasmus, der jedes Team aufrichten kann.
  • Leichtigkeit, mit sehr unterschiedlichen Menschen in Kontakt zu treten.
  • Optimismus, der hilft, Auswege zu sehen, wo andere nur Probleme sehen.
  • Natürliche Überzeugungskraft, um Ideen so zu erzählen, dass sie ankommen.

Unter Druck wird genau diese Geselligkeit zu Zerstreutheit: Er redet mehr als nötig, hat Mühe, Angefangenes abzuschließen, und kann oberflächlicher wirken, als er eigentlich ist, vor allem wenn er das Gefühl hat, an Aufmerksamkeit oder Anerkennung verloren zu haben.

In einer Besprechung der Erste, der spricht

Thomas Erikson beschreibt in seinem Wirtschaftsbuch Surrounded by Idiots (2014, eine freie Popularisierung des Vier-Farben-Systems, das auf Marston zurückgeht) die Szene in jedem Büro: Eine Präsentation endet, und der Chef fragt, was die Gruppe davon hält. Ein I hält nichts zurück: Er spricht sofort, teilt seine Überlegungen laut mit und gehört meist, zusammen mit dem D, zu den Ersten, die reagieren, wenn auch aus einer persönlicheren als strategischen Perspektive. Es ist dieselbe Person, die bei einem Familienessen unabsichtlich das Gespräch am Tisch übernimmt, Anekdoten erzählt und sogar den schlecht gelaunten Gast zum Lachen bringt.

Unter anhaltendem Druck, so das gleiche Buch, wird der I eher mürrisch und unstrukturiert, genau das Gegenteil seines gewohnten Enthusiasmus: Das ist meist ein Zeichen dafür, dass er Anerkennung braucht, keine weiteren Aufgaben.

Dem I gegenüber: der C-Stil

Im DISG-Diagramm liegen der I-Stil und der C-Stil in gegenüberliegenden Quadranten: Sie teilen weder Tempo noch Fokus. Wo der I schnell, emotional ist und das Glas halb voll sieht, ist der C bedächtig, analytisch und sucht systematisch alles, was schiefgehen könnte. Diese beiden Stile geraten bei der Zusammenarbeit häufig aneinander (dem I erscheint der C kalt und langsam, dem C erscheint der I unvorsichtig und unordentlich), doch gut kombiniert ergänzen sie sich sehr gut: der eine bringt die Idee und die Stimmung ein, der andere die Prüfung und die Sorgfalt.

Den Enthusiasmus landen

Dieser Stil muss nicht weniger enthusiastisch werden, um zu wachsen, sondern diesen Enthusiasmus in etwas Konkretes umsetzen. Zusagen aufzuschreiben statt sich nur auf das Gedächtnis zu verlassen, Angefangenes zu Ende zu bringen und zu akzeptieren, dass nicht jeder ihn mögen muss, damit ein Projekt gelingt, sind Punkte, die das DISG-Modell in dieser Hinsicht meist vorschlägt.

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Häufig gestellte Fragen

Warum gilt der I als der überzeugendste der vier Stile?

Weil sein Enthusiasmus echt und ansteckend ist: Er verbindet sich leicht mit sehr unterschiedlichen Menschen, was das DISG-Modell selbst seiner natürlichen Fähigkeit zuschreibt, eine Idee zu verkaufen, nicht einer erlernten Technik.

Welcher Stil fällt dem I am schwersten zu verstehen?

Der C: Während der I schnell ist und auf die Menschen schaut, ist der C bedächtig und schaut auf die Aufgabe. Wo der eine das Glas halb voll sieht, sucht der andere zuerst, was schiefgehen könnte.