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16 Persönlichkeiten

Wer hat den Test der 16 Persönlichkeiten erschaffen?

Von Elena Personaramic3 Min. Lesezeit
Minimalistische Illustration der vier MBTI-Dichotomien: E-I, S-N, T-F, J-P

Den typologischen Indikator, den wir heute populär als „Test der 16 Persönlichkeiten“ oder MBTI kennen, erschufen zwei Frauen ohne formale akademische Ausbildung in Psychologie: eine Mutter und ihre Tochter, die über zwei Jahrzehnte von zu Hause aus arbeiteten.

Eine Mutter, die Persönlichkeiten katalogisierte, bevor sie Jung kennenlernte

Katharine Cook Briggs begann, Temperamentsunterschiede zu beobachten und zu klassifizieren, lange bevor sie Jung las. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts notierte sie bereits seit Jahren Verhaltensmuster in ihrem näheren Umfeld, teils angetrieben von der Neugier zu verstehen, warum der Charakter ihres Schwiegersohns Clarence „Chief“ Myers so anders war als der ihrer Tochter Isabel, obwohl sie so gut miteinander auskamen. Als 1923 Carl Jungs Psychologische Typen (veröffentlicht 1921) ins Englische übersetzt wurde, fand Briggs in dem Buch einen theoretischen Rahmen, der zu jahrelanger häuslicher Beobachtung passte.

Isabel Briggs Myers: von der Romanautorin zur autodidaktischen Statistikerin

Ihre Tochter Isabel Briggs Myers hatte weder eine Ausbildung in Psychologie noch in Statistik; sie hatte Politikwissenschaft studiert und sich dem Schreiben von Kriminalromanen gewidmet. Dennoch begann sie ab den 1930er-Jahren, Fragen zu entwerfen, sie informell mit Bekannten zu testen und den Fragebogen von Hand zu verfeinern, wobei sie sich die Grundlagen der psychometrischen Testkonstruktion selbst beibrachte, die ihr kein Universitätsprogramm vermittelt hatte.

Während des Zweiten Weltkriegs, als ein Großteil der erwerbstätigen Bevölkerung mobilisiert war und dringend jedem Menschen die zu seiner Arbeitsweise passendste Industriestelle zugewiesen werden musste, sahen Briggs und Myers eine unmittelbare praktische Anwendung für ihr Instrument und verteilten die ersten Papierversionen des Fragebogens.

Vom Hausprojekt zum herausgegebenen Standard

Der Indikator blieb jahrelang ein fast im Alleingang von Myers getragenes Projekt, die ihn mit Tausenden von Medizin- und Pflegestudenten testete, um Daten zu sammeln. Erst in den 1960er- und 1970er-Jahren, mit dem Beitritt der Psychologin Mary McCaulley und der Gründung des Center for Applications of Psychological Type, gewann das Instrument einen Großteil des psychometrischen Rüstzeugs (Test-Retest-Reliabilität, Konstruktvalidität), das ihm seit seinem handwerklichen Ursprung fehlte, nachdem es bereits seit Mitte der 1950er-Jahre formell als Standard herausgegeben worden war.

Der Mechanismus der vier Dimensionen

Der endgültige Indikator wurde auf vier bipolaren Skalen oder unabhängigen Dichotomien aufgebaut, die Jungs Ideen mit den Beiträgen von Briggs und Myers verbanden:

  • Ausrichtung der Energie: Extraversion (E) gegenüber Introversion (I). Bestimmt, ob sich der Fokus auf die äußere Welt oder das innere Universum der Ideen richtet.
  • Informationsgewinnung: Sinneswahrnehmung (S) gegenüber Intuition (N). Wählt zwischen der wortwörtlichen Erfassung durch die Sinne oder dem Erfassen abstrakter Muster und Möglichkeiten.
  • Entscheidungsfindung: Denken (T) gegenüber Fühlen (F). Stellt logische, unpersönliche Analyse der Bewertung nach persönlichen oder sozialen Werten gegenüber.
  • Lebensstil nach außen: Urteilen (J) gegenüber Wahrnehmen (P). Beschreibt, ob eine strukturierte, abschließende Umgebung oder ein flexibler, mit den Umständen fließender Ansatz bevorzugt wird.

Aus der Kreuzung dieser Variablen entsteht ein einzigartiger Vier-Buchstaben-Code (wie INFJ oder ESTP), der eines der 16 Porträts der normalen Persönlichkeit beschreibt.

Wesentlicher Hinweis zur psychischen Gesundheit: Diese selbstauskunftsbasierte Typologie ist ein interaktives, informatives Material zur Selbsterkenntnis und persönlichen Entwicklung. Sie misst weder Pathologien noch intellektuelle Fähigkeiten und ersetzt in keinem Fall die diagnostische Bewertung oder das klinische Urteil einer qualifizierten Fachkraft.

Entwicklung und digitale Wirkung

Was als familiäres Beobachtungsprojekt begann, wurde ab 1956 zu einem formell herausgegebenen psychometrischen Standard. Mit dem Aufkommen digitaler Umgebungen hat sich die Bewertung der 16 Persönlichkeiten als eine der am weitesten verbreiteten Methoden im Netz für Berufsorientierung und Teamzusammenhalt etabliert. Ihr heutiger Wert liegt in ihrer pädagogischen Fähigkeit, komplexe Konzepte der Tiefenpsychologie in eine klare, zugängliche und alltagstaugliche Landkarte zu übersetzen.

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Häufig gestellte Fragen

Wer hat den Test der 16 Persönlichkeiten erschaffen?

Katharine Cook Briggs und ihre Tochter Isabel Briggs Myers, ausgehend von Carl Jungs 1921 veröffentlichter Theorie der psychologischen Typen.

Wann wurde der erste Fragebogen erstellt?

Die ersten Papierversionen entstanden während des Zweiten Weltkriegs; der Indikator wurde ab 1956 formell als psychometrischer Standard herausgegeben.

Warum wurde dieser Test erschaffen?

Um Menschen zu helfen, ihre natürlichen Neigungen zu erkennen und passende Arbeitsstellen zu ihrem Profil zu finden, besonders im Kontext einer Kriegskrise, die eine schnelle Aufgabenzuteilung erforderte.

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