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Big Five

Big Five vs. 16 Persönlichkeiten: Welchen Test zuerst machen?

Von Elena Personaramic3 Min. Lesezeit
Minimalistische Illustration eines durchgehenden Spektrumbalkens neben vier getrennten Kästchen

Big Five und 16 Persönlichkeiten gehen von einer unterschiedlichen Entscheidung aus, wie man eine Person beschreibt: Das eine nutzt durchgehende Skalen, das andere geschlossene Kategorien. Diese Designentscheidung, mehr als der Inhalt der Fragen, erklärt fast alle praktischen Unterschiede zwischen beiden.

Wie jedes Modell Information organisiert

Big Five beschreibt Persönlichkeit über fünf Dimensionen, die auf einem Spektrum gemessen werden: Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus. Niemand ist einfach “extravertiert” oder “introvertiert”: Jede Person liegt an einem bestimmten Punkt dieser Skala, und die meisten gruppieren sich zur Mitte hin.

16 Persönlichkeiten stammt aus der typologischen Tradition, die der MBTI populär gemacht hat: Es verwandelt vier Präferenzen (zum Beispiel Introversion/Extraversion) in binäre Entscheidungen und kombiniert sie zu 16 benannten Typen wie INTJ oder ESFP. Das ist leichter zu merken und zu teilen, gerade weil es ein Kontinuum in ein Etikett vereinfacht.

Was die Forschung zu jedem Ansatz sagt

Die empirische Evidenz behandelt beide Modelle nicht gleich. Die fünf Dimensionen von Big Five zeigen sich konsistent, wenn große Datenbanken von Persönlichkeitsmerkmalen über verschiedene Kulturen hinweg statistisch analysiert werden, was ihm eine solide faktorielle Grundlage gibt. Die 16 Typen dagegen wurden in derselben Art von Studien nicht als reale, diskrete Kategorien bestätigt: Die Grenze zwischen introvertiert und extravertiert existiert laut Big Five nicht als natürliche Trennlinie, sondern ist ein Schnitt, den das typologische Modell einem Kontinuum auferlegt.

Das hat eine bekannte praktische Konsequenz: Wenn jemand den 16-Persönlichkeiten-Test Wochen später wiederholt, ist es nicht ungewöhnlich, dass sich mindestens einer der vier Buchstaben ändert, besonders wenn der ursprüngliche Wert nahe der Mitte dieser Dimension lag. Bei Big Five passiert dieser “Sprung” nicht auf dieselbe Weise, weil es keine Grenze zu überqueren gibt: Eine Veränderung zeigt sich, wenn überhaupt, als kleine Verschiebung innerhalb derselben Skala.

Wofür sich jedes besser eignet

Keines ist absolut “das bessere”, weil sie nicht um dasselbe konkurrieren.

16 Persönlichkeiten funktioniert besonders gut als Einstieg in die Selbsterkenntnis: Es liefert ein einprägsames, teilbares Ergebnis, das sich leicht mit dem einer anderen Person vergleichen lässt, und weckt oft mehr Lust, weiter über sich selbst zu lesen. Es ist auch als gemeinsame Sprache in Teamkontexten nützlich, solange klar bleibt, dass das Etikett eine Vereinfachung ist.

Big Five schneidet besser ab, wenn Präzision zählt: dieselbe Person zu verschiedenen Zeitpunkten ihres Lebens zu vergleichen, oder Nuancen zu erfassen, die ein geschlossener Typ nicht abbilden kann, etwa mäßig extravertiert, aber sehr wenig offen für Erfahrungen zu sein. Es ist auch das Modell, das die ernsthafte akademische Forschung zu Persönlichkeit, Wohlbefinden und Leistung verwendet.

Also, welchen zuerst machen?

Wenn du ein schnelles, einprägsames, leicht teilbares Ergebnis willst, beginne mit 16 Persönlichkeiten. Wenn du ein differenzierteres, über die Zeit stabileres Bild suchst, oder einfach dein typologisches Ergebnis mit etwas Feinkörnigerem abgleichen möchtest, mach anschließend Big Five. Beide schließen sich nicht aus: Viele Menschen machen am Ende beide, und ein Ergebnis bei 16 Persönlichkeiten ergibt mehr Sinn, wenn man es als vereinfachte Momentaufnahme derselben Spektren liest, die Big Five misst.

Quellen

  • McCrae, R. R. und Costa, P. T. (1987). Validation of the five-factor model of personality across instruments and observers. Journal of Personality and Social Psychology.
  • Pittenger, D. J. (1993). The utility of the Myers-Briggs Type Indicator. Review of Educational Research.
  • Digman, J. M. (1990). Personality structure: emergence of the five-factor model. Annual Review of Psychology.

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Häufig gestellte Fragen

Messen Big Five und 16 Persönlichkeiten dasselbe, nur mit anderen Etiketten?

Nein. Big Five ordnet dich auf fünf durchgehenden Skalen ein (mehr oder weniger extravertiert, zum Beispiel). 16 Persönlichkeiten weist dir eine von 16 geschlossenen Kategorien zu, die aus vier binären Präferenzen gebildet werden. Es sind unterschiedliche Arten, dieselbe zugrunde liegende Information über Persönlichkeit zu organisieren, nicht dieselbe Angabe unter anderem Namen.

Welcher Test ist zuverlässiger, wenn ich ihn Monate später wiederhole?

Big Five zeigt in der verfügbaren Forschung tendenziell eine höhere Test-Retest-Stabilität. Bei typologischen Modellen wie 16 Persönlichkeiten kommt es häufiger vor, dass ein Teil der Personen bei einer Wiederholung einem anderen Typ zugeordnet wird, besonders bei Dimensionen, deren Wert nahe der Mitte lag.

Kann ich beide Tests machen?

Ja, sie widersprechen sich nicht: Du kannst dein Ergebnis bei 16 Persönlichkeiten als eine einprägsame Übersetzung eines Musters verstehen, das sich darunter weiterhin entlang derselben Kontinuen bewegt, die Big Five misst.

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