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Lernstil

Kinästhetischer Lernstil: Lernen durch Tun

Von Elena Personaramic3 Min. Lesezeit
Minimalistische Illustration einer Figur in Bewegung, die den kinästhetischen Lernstil darstellt

Kinästhetischer Stil: wenn Üben mehr lehrt als Lesen oder Hören

Wer den kinästhetischen Stil als vorherrschend hat, lernt besser, indem er die Aufgabe selbst ausführt, statt zuzusehen, wie es eine andere Person tut, oder darüber zu lesen, wie es geht. Körper und Handlung sind bei diesem Stil aktiver Teil des Lernprozesses.

Sie haben oft mehr Schwierigkeiten, die Aufmerksamkeit in langen, rein theoretischen Lernphasen ohne jede praktische Anwendung aufrechtzuerhalten, im Gegensatz zu jemandem mit auditivem Stil, der eine lange mündliche Erklärung durchaus verfolgen kann, ohne sich bewegen zu müssen.

Ein einfaches Beispiel für das Muster

Einen Knoten zu lernen, indem man ein Diagramm ansieht oder eine Beschreibung hört, reicht bei diesem Stil selten aus: Man muss die Schnur in die Hand nehmen und es mehrfach mit den Händen probieren, bevor es sich verankert. Dasselbe Muster zeigt sich allgemeiner:

  • Sie lernen besser durch Üben als durch das Beobachten einer Demonstration oder das Lesen von Anleitungen.
  • Es fällt ihnen schwer, lange still zu sitzen, während sie etwas Neues lernen, selbst wenn sie am Thema interessiert sind.
  • Sie müssen sich bewegen oder etwas physisch handhaben, um sich gut auf eine komplexe Aufgabe konzentrieren zu können.

Das VARK-Modell verbindet diesen Stil mit frühem Üben (Lernen durch Tun, auch mit anfänglichen Fehlern), dem Abwechseln von Theorie und Bewegung in kurzen Einheiten und handlungsbasierten Übungen oder Simulationen als Alternative zu rein theoretischem Material.

Ein sehr alter Grundsatz, dieselbe Idee

Konfuzius fasste dieselbe Idee vor über zweitausend Jahren zusammen: “Was ich höre, vergesse ich; was ich sehe, erinnere ich; was ich tue, verstehe ich.” Es ist kein Zufall, dass der kinästhetische Stil so gut zu prozessorientierten Lernmodellen passt, wie dem von David Kolb: Die Phase des “aktiven Experimentierens” in seinem Lernkreislauf und der “aktive” Stil, den Peter Honey und Alan Mumford später beschrieben, teilen mit diesem Stil dieselbe Grundidee: Man lernt durch Ausprobieren, nicht nur durch Beobachten oder Lesen darüber.

Warum wiederholtes Üben so entscheidend ist

Der Journalist Malcolm Gladwell popularisierte in seinem Buch Überflieger (2008) eine Idee, die aus der Forschung des Psychologen Anders Ericsson zur Entwicklung von Meisterschaft stammte: Ein wirkliches Beherrschen einer komplexen Fähigkeit erfordert fast immer tausende Stunden anhaltender, konzentrierter Übung, nicht nur angeborenes Talent. Gladwell versammelte sehr unterschiedliche Beispiele, von Musikern bis Programmierern, um zu zeigen, dass hinter den meisten großen Experten eine enorme Menge an angesammelter Übungszeit steckt, nicht nur eine Ausgangsgabe. Für den kinästhetischen Stil passt diese Idee direkt: Der Grund, warum Üben dich mehr lehrt als Lesen oder Hören, ist keine oberflächliche Vorliebe, sondern dass die Wiederholung der Handlung selbst laut dieser Forschung der eigentliche Mechanismus hinter tiefem Lernen in fast jeder Fähigkeit ist.

Eine andere Art von Gedächtnis, mit eigenem Sitz im Gehirn

Die Neurowissenschaft unterscheidet zwischen zwei großen Gedächtnisfamilien: dem deklarativen Gedächtnis (Fakten und Daten, die sich mit Worten erklären lassen, wie ein Datum oder eine Formel) und dem nicht-deklarativen oder prozeduralen Gedächtnis (Fähigkeiten, die automatisch ausgeführt werden, wie Fahrradfahren oder Maschineschreiben). Das zweite entsteht nicht durch Zuhören einer Erklärung oder Lesen eines Handbuchs: Es entsteht durch das wiederholte Ausführen der Handlung, bis es in motorischen Bereichen der Großhirnrinde, den Basalganglien und dem Kleinhirn verankert ist, nicht in den sprachassoziierten Bereichen.

Das ist derselbe Grund, warum jemand auswendig und mit allen Details erklären kann, wie man einen Knoten bindet, es aber trotzdem nicht auf Anhieb mit den Händen richtig hinbekommt: Es sind zwei unterschiedliche Gedächtnissysteme, und das prozedurale entsteht nur durch reale körperliche Praxis, die das Gehirn physisch verändert. Wenn es diesem Stil schwerfällt, “nur bei der Theorie zu bleiben”, ist das keine mangelnde Aufmerksamkeit: Die zu lernende Fähigkeit lebt buchstäblich in einem Hirnkreislauf, der sich nur durch Tun trainieren lässt.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist der kinästhetische Lernstil?

Die Tendenz, Informationen besser zu behalten, wenn man sie körperlich und aktiv übt, die Aufgabe selbst ausführt, statt sie nur zu sehen, zu hören oder zu lesen.

Welche Lernstrategien werden mit diesem Stil verbunden?

Das VARK-Modell verbindet diesen Stil mit direkter Praxis, Simulationen oder handlungsbasierten Übungen und kurzen Einheiten mit Bewegung, wobei das Ergebnis je nach Person und Thema variieren kann.

Warum fällt es bei diesem Stil schwer, sich lange beim Lesen zu konzentrieren?

Laut diesem Modell verarbeitet dieser Stil Informationen besser durch Handlung als durch passives, langes Lesen, wobei die Evidenz zu Lernstilen im Allgemeinen begrenzt und umstritten ist.