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Lernstil

Auditiver Lernstil: Lernen durch Hören

Von Elena Personaramic3 Min. Lesezeit
Minimalistische Illustration mit Schallwellen, die den auditiven Lernstil darstellen

Auditiver Stil: wenn Hören Informationen besser verankert als Lesen

Wer den auditiven Stil als vorherrschend hat, versteht und behält ein Thema besser, wenn er es erklärt hört, sei es im Unterricht, im Gespräch oder in einer Audioaufnahme, im Vergleich zum stillen Lesen.

Sie erinnern sich häufig detailliert an Gespräche und mündliche Erklärungen, selbst Wochen, nachdem sie sie gehört haben. Es ist nicht ungewöhnlich, dass dieser Stil mit Merkmalen anderer Stile koexistiert, etwa dem visuellen oder dem kinästhetischen, in unterschiedlichem Ausmaß je nach Fach.

Der Prozess zählt genauso wie der Kanal

Der Kanal, über den du Informationen bevorzugt aufnimmst (in diesem Fall Hören), ist nur ein Teil der Landkarte: Andere Modelle konzentrieren sich auf eine andere Frage, in welcher Phase des Lernprozesses du dich am wohlsten fühlst. Eine Erklärung zu hören und mit anderen zu besprechen, passt gut zur Phase der “reflektierenden Beobachtung” im Kreislauf des erfahrungsbasierten Lernens von David Kolb, eine Erfahrung zu überdenken und zu interpretieren, bevor man Schlüsse zieht, derselben Phase, die Peter Honey und Alan Mumford später ihrem “reflektierenden” Stil zuordneten. Die beiden Ansätze stehen nicht im Wettbewerb: Du kannst auditiv darin sein, wie du Informationen verarbeitest, und gleichzeitig aktiver oder theoretischer darin, wie du den Lernprozess als Ganzes angehst.

Erkennungszeichen

Zwei Personen können demselben Vortrag beiwohnen und mit sehr unterschiedlichen Erinnerungen herausgehen: Wer diesen Stil hat, rekonstruiert später oft fast wortwörtlich einen Satz, der ihm aufgefallen ist, während derselbe Inhalt schriftlich gelesen leichter verlorengeht. Das Muster wiederholt sich an mehreren Stellen:

  • Sie verstehen ein gehörtes Thema besser als ein gelesenes, selbst wenn der Inhalt exakt derselbe ist.
  • Sie erinnern sich präzise an Gespräche, manchmal einschließlich Tonfall oder genauer Wortwahl.
  • Sie wiederholen Informationen spontan laut als Merkstrategie.

Das VARK-Modell verbindet diesen Stil mit lautem Erklären, dem Hören von Podcasts oder Hörbüchern und mündlicher Gruppendiskussion als Formate, die die Behaltensleistung fördern, wobei das Ergebnis je nach Person und Thema variieren kann.

Gutes Zuhören lässt sich auch trainieren

Es ist naheliegend anzunehmen, dass eine mündliche Erklärung zu behalten schlicht eine angeborene Gabe ist, die manchen liegt und anderen nicht. Die Psychologin Carol Dweck dokumentierte in ihrem Buch Mindset (2006) etwas anderes: Wer glaubt, dass sich eine Fähigkeit mit Übung entwickeln lässt, verbessert sich tendenziell mehr als jene, die sie als festes Talent sehen, die Grundlage dessen, was sie die wachstumsorientierte Denkweise nennt. Dieselbe Idee gilt für diesen Stil: Die Fähigkeit, eine mündliche Erklärung präzise zu rekonstruieren oder ein komplexes Gespräch im laufenden Moment zu verstehen, verbessert sich, wenn man sie aktiv trainiert, etwa indem man laut zusammenfasst, was man gerade gehört hat, statt nur passiv zuzuhören. Wenn dir ein langer Vortrag beim ersten Mal entgeht, sagt das nichts Endgültiges über deinen Lernstil aus, sondern nur, dass dieser konkrete Muskel noch Trainingsspielraum hat.

Warum die gesprochene Sprache eine eigene “Spur” im Gehirn hat

Die Experimente des Neurowissenschaftlers Roger Sperry mit Patienten, denen chirurgisch der Balken (das Faserbündel, das die beiden Hirnhälften verbindet) durchtrennt worden war, enthüllten etwas sehr Konkretes über Sprache: Wurde ein Wort so projiziert, dass es nur die linke Hirnhälfte des Patienten erreichte, konnte dieser es problemlos lesen und laut aussprechen. Erreichte dasselbe Wort nur die rechte Hirnhälfte, war der Patient unfähig, es zu benennen, obwohl er in vielen Fällen mit der linken Hand auf das richtige Objekt zeigen konnte. Diese Arbeit, die ihm 1981 den Nobelpreis einbrachte, bestätigte, dass Sprechen und die Verarbeitung gesprochener Sprache stark von der linken Hirnhälfte abhängen.

Das bedeutet nicht, dass es ein eigenständiges “auditives Gehirn” losgelöst vom Rest gibt: Es bedeutet, dass der Kanal, über den gesprochene Information am besten eintrifft (das Ohr), in einem Hirnkreislauf mündet, der recht spezialisiert darauf ist, Sprache logisch und sequenziell zu organisieren, demselben, der beteiligt ist, wenn du laut zusammenfasst oder eine Idee wiederholst, um sie zu verankern. Gutes Zuhören aktiviert in diesem Sinne einen ganz konkreten Mechanismus, nicht nur eine Vorliebe.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist der auditive Lernstil?

Die Tendenz, Informationen besser zu behalten, wenn sie laut erklärt werden, im Gespräch oder als Audioformat, statt in Text oder Bildern.

Welche Lernstrategien werden mit diesem Stil verbunden?

Das VARK-Modell verbindet diesen Stil mit Formaten wie lautem Erklären, dem Hören von Podcasts oder Hörbüchern und mündlicher Gruppendiskussion, wobei das Ergebnis je nach Person und Thema variieren kann.

Hilft lautes Wiederholen wirklich beim Merken?

Laut diesem Modell aktiviert die Verbalisierung bei diesem Stil einen anderen Verarbeitungskanal als das stille Lesen, wobei die Evidenz zu Lernstilen im Allgemeinen begrenzt und umstritten ist.