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Selbsterkenntnis und Wohlbefinden

Resilienz im Aufbau: du erholst dich, auch wenn es mehr kostet, als dir lieb wäre

Von Rafa Personaramic2 Min. Lesezeit
Minimalistische Illustration mit den Worten RESILIENZ IM AUFBAU in einem geometrischen Abzeichen

Resilienz im Aufbau: dich erholen, mit mehr Anstrengung, als dir lieb wäre

Eine Resilienz im Aufbau beschreibt einen mittleren Punkt, keinen Extremwert: Du erholst dich von Schwierigkeiten, aber der Prozess verlangt dir mehr Zeit und Anstrengung ab, als du dir wünschen würdest. Es ist weder eine niedrige noch eine gefestigte hohe Resilienz: Es ist tatsächlich der Punkt, an dem sich die meisten Menschen einen Großteil der Zeit befinden.

Hinweis: Dieser Artikel stützt sich auf die Forschung zur psychologischen Resilienz und dient ausschließlich der Information. Er ersetzt nicht die Beurteilung einer Fachperson für psychische Gesundheit.

Woher es kommt: eine Fähigkeit, kein festes Merkmal

Ein zentraler Befund der Resilienzforschung ist, dass sie aufgebaut wird, nicht angeboren ist. Sie hängt von konkreten Ressourcen ab (echte soziale Unterstützung, die Fähigkeit, Sinn in der Widrigkeit zu finden, ein aktiver Bewältigungsstil), die jede Person mit Übung stärken kann, unabhängig davon, wo sie beginnt.

Wie es sich im Alltag zeigt

  • Echte, aber langsame Erholung: Du kommst aus Schwierigkeiten heraus, auch wenn sich der Prozess länger hinzieht, als du wolltest.
  • Notwendige bewusste Anstrengung: Die Anpassung geschieht nicht automatisch, sie erfordert aktive Arbeit und manchmal externe Unterstützung.
  • Schwankung je nach Kontext: Es gibt Phasen, in denen du dich fähiger fühlst als in anderen, je nach angehäufter Belastung.
  • Bewusstsein für den eigenen Prozess: Du bist dir meist bewusst, dass es dir schwerfällt, was an sich schon ein nützlicher Ausgangspunkt ist.

Wie man sie stärkt

Die Forschung nennt drei konkrete und trainierbare Hebel: ein echtes soziales Unterstützungsnetzwerk aktiv pflegen und nutzen (nicht nur theoretisch besitzen), bewusst nach irgendeiner Art von Sinn oder Lernerfahrung selbst in den härtesten Erfahrungen suchen, und eine aktive Bewältigung praktizieren (auf das einwirken, was sich tatsächlich ändern lässt) statt eine rein passive. Keiner der drei baut sich über Nacht auf, aber alle drei haben laut der verfügbaren Evidenz das größte Gewicht dafür, wie sich Resilienz mit der Zeit entwickelt.

Resilienz aufbauen, ohne dir ein festes Maximum abzuverlangen

Miguel Ruiz schlägt in seinem populären Ratgeber Die vier Versprechen (1997) ein Prinzip vor, das gut zu diesem Ergebnis passt: Tu immer dein Bestes, wissend, dass dieses Beste je nach Tag, Erholung, angehäufter Belastung und Kontext variiert. Resilienz zu stärken bedeutet nicht, ein für alle Mal einen festen Standard zu erreichen, sondern Tag für Tag die beste tatsächlich verfügbare Anstrengung aufrechtzuerhalten, die manchmal mehr und manchmal weniger sein wird, ohne dass das den Prozess ungültig macht. Deine heutige Erholung an der resilientesten Version zu messen, an die du dich aus einem anderen Moment erinnerst, statt an dem, was dir heute tatsächlich zur Verfügung steht, ist ein fast sicherer Weg, das Gefühl zu bekommen, nicht voranzukommen, obwohl du es tust.

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Häufig gestellte Fragen

Ist es ein Problem, an einem mittleren Punkt zu stehen?

Nein. Es ist sogar der Punkt, an dem sich die meisten Menschen die meiste Zeit befinden: Resilienz ist kein fester Extremwert, sondern eine Fähigkeit, die schwankt und gestärkt werden kann.

Was sagt die Forschung darüber, wie man sie stärkt?

Die akademische Literatur bringt sie mit Faktoren wie dem sozialen Unterstützungsnetzwerk, dem wahrgenommenen Sinn selbst in schwierigen Erfahrungen und aktivem gegenüber passivem Bewältigungsstil in Verbindung, auch wenn der konkrete Prozess bei jeder Person variiert und bei erheblichem Unwohlsein die Orientierung durch eine Fachperson ratsam ist.

Warum fällt mir die Erholung schwerer als anderen Menschen?

Das kann von vielen Faktoren abhängen (Kontext, angehäufte Belastung, in diesem Moment verfügbare Ressourcen) und deutet auf kein festes persönliches Defizit hin.

Ist dieses Ergebnis eine Diagnose?

Nein. Es ist eine orientierende, populärwissenschaftliche Annäherung, keine validierte klinische Skala.