Analytisches Profil: Informationen brauchen, bevor man ein Risiko eingeht
Das analytische Profil weicht dem Risiko nicht aus: Es muss es verstehen, bevor es es eingeht, und entscheidet sich erst, wenn das Bild einigermaßen klar ist.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel beschreibt ein Persönlichkeitsmerkmal im Umgang mit Risiko und Unsicherheit, keinen Finanzratschlag. Er ersetzt nicht das Urteil einer qualifizierten Fachperson bei realen Geld- oder Geschäftsentscheidungen.
Woher diese Entscheidungsweise kommt
Man sollte dieses Profil nicht mit dem konservativen verwechseln: Es meidet das Risiko nicht grundsätzlich, sondern muss die Unsicherheit mit Daten reduzieren, bevor es sich verpflichtet. Es ist ein deliberativer Stil, nahe dem, was der Psychologe Daniel Kahneman in seinem Buch Schnelles Denken, langsames Denken als „langsames“ Denken populär machte: bewusster, logischer und weniger vom ersten Eindruck geleitet als das „schnelle“, intuitive Denken. Dieses Profil vertraut mehr der anhaltenden Analyse als dem ersten Bauchgefühl.
Wie es sich im Alltag zeigt
- Muss so viele Informationen wie möglich sammeln, bevor es entscheidet.
- Schiebt eine Entscheidung lieber auf, als sie mit unvollständigen Daten zu treffen.
- Vergleicht gerne mehrere Optionen gründlich, bevor es sich für eine entscheidet.
- Misstraut Entscheidungen, die nur aus dem Bauch getroffen werden, ohne etwas, das sie stützt.
Die Wachstumsaufgabe
Mehr Informationen zu suchen hat eine Grenze: Irgendwann bringt weiteres Analysieren keine echte Gewissheit mehr, sondern verzögert nur die Entscheidung. Die sogenannte „Analyse-Lähmung“ ist ein Risiko, das für dieses Profil beschrieben wird. Sich im Voraus eine angemessene Frist zum Entscheiden zu setzen und sie einzuhalten, ist eine Strategie, die Kahneman (2011) damit verbindet, zu verhindern, dass die Analyse unbemerkt zu einer Art wird, die Entscheidung aufzuschieben, auch wenn der konkrete Prozess von Fall zu Fall unterschiedlich ist.
Ein Merkmal, das auch Kiyosaki in seinem Buch beschreibt
Dieses Profil teilt einen Zug mit einer Idee, die der Unternehmer Robert Kiyosaki in Reich Vater, armer Vater (1997) entwickelt: Laut Kiyosaki kommt ein großer Teil finanzieller Schwierigkeiten nicht daher, dass man wenig verdient, sondern daher, dass man die eigenen Zahlen nicht versteht, dass man einen echten Vermögenswert nicht von einer Verbindlichkeit unterscheidet, die sich als einer ausgibt. Die Gewohnheit, Zahlen zu lesen und Optionen gründlich zu vergleichen, bevor man entscheidet, die dieses Profil auszeichnet, deckt sich mit dem, was er in seinem Buch als eine Form finanzieller Bildung beschreibt.
Dies ist die Beschreibung eines Persönlichkeitsmerkmals und des Arguments eines Autors, keine Anlageempfehlung: Jede reale Entscheidung über Bilanzen, Zahlungsströme oder Investitionen sollte mit spezifischen Informationen und, wenn nötig, mit dem Urteil einer qualifizierten Finanzberatung getroffen werden.
Nahe am konservativen Profil, aber nicht gleich
Es teilt mit dem konservativen Profil die Vorsicht gegenüber Unsicherheit, unterscheidet sich aber im Motiv: Das eine meidet das Risiko, das andere untersucht es. Am entgegengesetzten Ende steht das risikofreudige Profil, das schnell entscheidet und gut damit zurechtkommt, nicht alle Informationen zu haben.
Möchtest du genau sehen, wo du stehst? Mach den Test zum Anlegerprofil (ein Persönlichkeits-, kein Finanztest).
Möchtest du mehr über dich erfahren?
Entdecke dein Ergebnis mit einem unserer verwandten Tests.
Häufig gestellte Fragen
Ist das analytische Profil dasselbe wie das konservative?
Nein. Das konservative Profil meidet Risiko grundsätzlich; das analytische meidet es nicht, es muss aber Unsicherheit mit Informationen reduzieren, bevor es sich entscheidet, es einzugehen.
Hat es etwas mit deliberativem Denken zu tun?
Ja. Es ähnelt dem, was der Psychologe Daniel Kahneman als langsames, deliberatives Denken beschreibt: bewusster, logischer, weniger vom ersten Eindruck geleitet.
Ersetzt dieses Ergebnis eine echte Finanzberatung?
Nein. Es ist ein Persönlichkeitsmerkmal im Umgang mit Unsicherheit, keine Anlageempfehlung und kein echtes Finanzprofil.