Soziale Kompetenz: Beziehungen gut gestalten
Soziale Kompetenz: Verständnis in gute Beziehungen umsetzen
Soziale Kompetenz ist im Modell der emotionalen Intelligenz die Fähigkeit, Selbstwahrnehmung und Empathie in funktionierende Beziehungen zu übersetzen: klar kommunizieren, Meinungsverschiedenheiten lösen, ohne die Beziehung zu zerstören, und mit Leichtigkeit Vertrauen aufbauen.
Sie hängt nicht nur davon ab, extravertiert oder gesellig zu sein: Eine zurückhaltende Person kann exzellente soziale Kompetenzen haben, wenn sie wirksam kommunizieren und Konflikte steuern kann.
Verantwortungshinweis: Dieser Artikel basiert auf Golemans Modell der emotionalen Intelligenz und dient ausschließlich informativen Zwecken. Er ersetzt weder die Einschätzung, die Diagnose noch die Behandlung durch eine Fachperson für psychische Gesundheit.
Wie sie sich zeigt
- Sie lösen Konflikte, ohne die Beziehung zu beschädigen, indem sie den gemeinsamen Nenner suchen, statt eine Position durchzusetzen.
- Sie schaffen schnell Vertrauen, auch bei Menschen, die sie gerade erst kennengelernt haben.
- Sie koordinieren Gruppen von Menschen gut auf ein gemeinsames Ziel hin und passen ihre Kommunikation an jedes Gegenüber an.
Warum solide Beziehungen zu den am besten belegten Hebeln des Wohlbefindens gehören
Die Psychologin Sonja Lyubomirsky, Positive-Psychologie-Forscherin an der University of California, vertritt die Ansicht, dass ein großer Teil des Wohlbefindens einer Person (bis zu 40 %, laut ihrer Forschung) von der bewussten Aktivität abhängt, also davon, was jemand aktiv und wiederholt zu tun entscheidet, und nicht vom genetischen Ausgangspunkt oder den Lebensumständen. Zu den Aktivitäten, die ihre Forschung durchgängig als besonders wirksam für ein dauerhaftes Wohlbefinden identifiziert, gehört, echte Zeit und Mühe in enge Beziehungen zu investieren.
Das rückt soziale Kompetenz an einen anderen Platz als den eines bloßen Sympathiemerkmals: Sie ist einer der wenigen Hebel für Wohlbefinden, den die Evidenz solide stützt und der zudem der eigenen Kontrolle unterliegt, im Einklang mit dem, was dieselbe Forscherin über persönliche Motivation und das Gewicht bewusster Aktivität feststellt. Eine Freundschaft aktiv zu pflegen, einen Konflikt gut zu lösen, statt ihn schwelen zu lassen, oder einfach hochwertige Zeit in eine Beziehung zu investieren, sind laut dieser Forschung nicht nur soziale Gesten, sondern auch eine der zuverlässigsten Formen, langfristig in das eigene Wohlbefinden zu investieren.
Was die Forschung zum Trainieren dieser Fähigkeit sagt
Goleman (1995) setzt beim Feedback an: Direkt zu fragen, wie die eigene Art zu kommunizieren wahrgenommen wird, hilft, blinde Flecken zu erkennen, die man von innen selten sieht. Darauf aufbauend tragen zwei konkrete Gewohnheiten den Rest: assertive Kommunikation (klar und respektvoll sagen, was man denkt, ohne Passivität oder Aggressivität, eine Komponente, die die Literatur zur Assertivität als trainierbar beschreibt) und bei einer Meinungsverschiedenheit zuerst den gemeinsamen Nenner zu suchen, statt die eigene Position zu verteidigen, was verschiedene Studien zur Konfliktbewältigung mit besseren Ergebnissen verbinden als eine Diskussion zu „gewinnen“.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist soziale Kompetenz im Modell der emotionalen Intelligenz?
Die Fähigkeit, Beziehungen gut zu gestalten: klar zu kommunizieren, Vertrauen aufzubauen, Konflikte zu lösen und andere Menschen auf ein gemeinsames Ziel hin zu koordinieren.
Hängt soziale Kompetenz nur davon ab, extravertiert zu sein?
Nein. Man kann introvertiert sein und sehr gute soziale Kompetenzen haben, oder extravertiert sein und Konflikte schlecht steuern: Es ist eine trainierbare Komponente, kein reines Persönlichkeitsmerkmal.
Wie hängt soziale Kompetenz mit Empathie zusammen?
Empathie liefert das Verständnis dafür, was der andere fühlt; soziale Kompetenz ist die Fähigkeit, auf Grundlage dieses Verständnisses wirksam zu handeln.