Teamstabilisator: Dir liegt das Klima im Team genauso am Herzen wie das Ergebnis
Dir liegt das Klima der Gruppe genauso am Herzen wie das Ergebnis: Du bemerkst Spannungen und Stimmung im Team als Erster.
Wenn zwischen Kolleg:innen eine Meinungsverschiedenheit entsteht, bist meist du diejenige oder derjenige, der die Spannung zuerst bemerkt – noch bevor sie laut ausgesprochen wird.
Eine Rolle, die das Klima trägt, nicht die Aufgabe
Robert Bales untersuchte 1950 die interne Dynamik von Kleingruppen und unterschied zwei große Arten von Beitrag innerhalb jedes Teams: den aufgabenorientierten (vorankommen, entscheiden, Ergebnisse liefern) und den sozioemotionalen (Klima, Beziehungen und Zusammenhalt pflegen). Die Rolle des Teamstabilisators passt eindeutig zur zweiten Gruppe: Ihr Hauptbeitrag besteht darin, dass sich jede Person als Teil des Teams fühlt, nicht nur als Rädchen der Aufgabe.
Was am Teamstabilisator auffällt
- Dir ist wichtig, dass sich alle im Team gehört fühlen, nicht nur die Lautesten.
- Du glättest Spannungen bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Kolleg:innen und suchst Gemeinsamkeiten.
- Du merkst schnell, wenn es jemandem nicht gut geht, auch wenn es nicht offen ausgesprochen wird.
- Du kümmerst dich um die Stimmung der Gruppe mit derselben Aufmerksamkeit wie um das eigentliche Arbeitsergebnis.
Wenn Klimapflege zum Aufschieben des Nötigen wird
Das Wohl der Gruppe zu priorisieren kann gelegentlich notwendige, aber unangenehme Entscheidungen verzögern oder einen Konflikt zu sehr glätten, der eigentlich offen gelöst werden musste. Eine Frage wie „Muss das jetzt gelöst werden, oder reicht es, es zu begleiten?“ könnte in manchen Fällen helfen, Klimapflege nicht mit dem Vermeiden des Nötigen zu verwechseln, auch wenn jede Teamsituation anders ist.
Noch etwas länger neugierig bleiben, nach Michael Bungay Stanier
Der Coach Michael Bungay Stanier weist in The Coaching Habit darauf hin, dass die meisten Menschen, die anderen helfen wollen, standardmäßig zu schnell zu Ratschlägen oder Lösungen greifen, selbst bei einem einfachen Anzeichen von Spannung oder Unbehagen. Sein Vorschlag ist ein Repertoire kurzer, echt neugieriger Fragen (wie „Was geht dir gerade durch den Kopf?“ oder seine „AWE-Frage“: „Und was noch?“), die gestellt werden, bevor man zum Beruhigen oder Lösen übergeht. Für diese Rolle gibt diese Idee etwas Konkretes vor, das intuitiv schon geschieht: Spannung im Team zu bemerken reicht nicht, wenn der nächste Schritt darin besteht, sie sofort zu besänftigen. Noch etwas nachzufragen, bevor man ein nur oberflächlich benanntes Unbehagen als gelöst betrachtet, bringt meist ans Licht, was wirklich los ist – statt einer geglätteten Version, die später wieder auftaucht.
Wenn dein Hauptbeitrag zum Team eher darin liegt, auf das Ergebnis zu drängen, als das Klima zu pflegen, schau dir die Rolle Ergebnistreiber an. Dein vollständiges Ergebnis findest du wieder im Test „Meine Rolle im Team“.
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Häufig gestellte Fragen
Woher kommt die sozioemotionale Rolle in einem Team?
Aus der Pionierarbeit von Robert Bales (1950) über die Dynamik von Kleingruppen, der die aufgabenorientierte Aufgabe von der Aufgabe unterschied, die Zusammenhalt und Klima der Gruppe pflegt.
Braucht ein Team immer jemanden in dieser Rolle?
Es hilft sehr, besonders in Teams mit häufigen Spannungen oder Veränderungen: Ohne jemanden, der sich um das Klima kümmert, können sich Meinungsverschiedenheiten ungelöst anhäufen.
Verzögert diese Rolle Teamentscheidungen?
Das kann passieren, wenn das Wohl der Gruppe dazu führt, eine notwendige, aber unangenehme Entscheidung aufzuschieben, oder einen Konflikt zu sehr zu glätten, der eigentlich offen gelöst werden musste.
Ist das dasselbe wie die informelle Führungsperson des Teams?
Nicht unbedingt. Man kann den Zusammenhalt der Gruppe von jeder Position aus pflegen, ohne eine formelle Führungsrolle innezuhaben.